Kapitallebensversicherung
Ungemein beliebt ist die Kapitallebensversicherung schon seit Jahren. Wird das Thema der privaten Altersvorsorge angesprochen, so denken viele zuerst an eine kapitalbildende Lebensversicherung.
Seit dem Jahr 2005 sind allerdings die einstigen Steuervorteile weggefallen. Die Hälfte der Erträge sind jedoch noch steuerfrei, wenn die Lebensversicherung mindestens 12 Jahre läuft und die Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr liegt. Nur bei Verträgen, die vor dem 01.01.2005 geschlossen wurden, sind die Ablaufleistungen nach dem 60. Lebensjahr steuerfrei.
Eine Kapitallebensversicherung ist eigentlich nichts anderes als eine Risikolebensversicherung mit einem Sparplan. So werden eingezahlte Beiträge für die Todesfallabsicherung verwendet, ein anderer Teil fließt in den Kapitalaufbau. Daher wird diese Form auch als Versicherung mit Geldanlage bezeichnet, weil sie einerseits (die Familie, Ehepartner, Kinder ...) im Todesfall des Versicherten absichert und andererseits im Erlebensfall dem Versicherungskunden ein angespartes Vermögen (plus ggf. Überschussanteile) auszahlt.
Die Chance auf eine hohe Rendite ist bei der klassischen Kapitallebensversicherung nicht gegeben. Denn grundsätzlich wird nur der Garantiezins garantiert, der seit dem 01.01.2007 auf 2,25 Prozent gesenkt wurde. Ganz wichtig: Der Garantiezins bezieht sich nur auf die Anteile der Beiträge, die den Sparanteil bilden. Es sollte klar sein, dass Teile der Beiträge in die Versicherungsleistungen fließen müssen, um die Todesfallabsicherung zu garantieren. Außerdem entstehen noch Kosten durch die Verwaltung, Abschluss und weitere. Demzufolge minimiert sich also insgesamt die Verzinsung und die Renditechancen.
Hinzu kommt, dass man sich auf lange Sicht an solche Verträge bindet. Kann oder will man einmal die Beiträge nicht zahlen und kündigt den Vertrag, so erleidet man erhebliche Verluste. Besser ist dann, die Lebensversicherung beitragsfrei stellen zu lassen, was nach einer gewissen Vertragslaufzeit möglich sein sollte. (Wiederum kann dies aber auch nur für vorübergehende Zeit möglich sein.) Ein andere Alternative ist dann auch noch, die Kapital-Lebensversicherung zu verkaufen bzw. zu beleihen.
Wer also seine Einkommensverhältnisse für die nächsten Jahre nicht absehen kann und sich nicht sicher ist, die Beiträge aufbringen zu können, für den ist eine Kapital-LV nicht geeignet. Für wohlhabendere Anleger, die ihre Sparerfreibeträge bereits ausgeschöpft haben, bietet nun wiederum eine Kapitallebensversicherung durchaus ein profitables Geschäft, da sie sich die Steuervorteile zu Nutze machen können.
Zudem zeigt sich der Nutzen einer Kapital LV darin, wie kostengünstig eine Versicherungsgesellschaft arbeitet, wie erfolgreich deren Anlagen sind und wie sie erwirtschaftete Überschüsse an ihre Kunden weitergibt.
Fondsgebundene Kapitallabensversicherungen
Bei dieser Lebensversicherung fließen Sparanteile der Beiträge in Fonds. Hierbei hat man also höhere Chancen auf eine bessere Rendite, erkauft sich diese aber auch (je nach Risikoklasse des Fonds) mit einem gewissen Risiko. Denn garantiert wird bei der fondsgebundenen Kapitallebensversicherung keineswegs der Ertrag. So erkauft man sich zwei Minuspunkte: Einen unflexiblen Vertrag, da man an die Ersparnisse nicht herankommt und zugleich trägt man noch das Risiko des Kapitalmarktes. Jemand, der gewisse Risiken beim Vermögensaufbau nicht scheut oder/und recht jung ist und noch viele Jahre bis zum Renteneintritt hat, der sollte dann eher auf Fondssparpläne zurückgreifen. Diese sind günstiger und zugleich flexibler.
Insgesamt ist eine Kapitallebensversicherung für den Vermögensaufbau zur privaten Altersvorsorge weniger geeignet, da zu viele Beitragsanteile in Versicherungsleistungen und anfallende Kosten laufen, die schlussendlich nicht der Altersvorsorge dienen können. Wenn man den Todesfall absichern will oder muss, weil sonst die eigene Familie, der Partner bzw. auch die Kinder um ihre Existenz bangen müssten, dann ist primär eine Risikolebensversicherung empfehlenswert. Diese ist einerseits bedeutend günstiger und zudem wesentlich flexibler handhabbar. Den finanziellen Sparvorteil nutzt man aus und steckt eben die eingesparten Aufwendungen in eine andere Anlageform. Auf jeden Fall sollte man zuerst förderungsfähige Sparformen ausnutzen, bei denen der Staat mithilft, das Vermögen aufzubauen. Die weitere private Altersvorsorge gestaltet man so, dass man sichere Geldanlagen mit chancenreichen Anlageformen mischt. In jungen Jahren kann man vergleichsweise größere Risiken eingehen und mit zunehmendem Alter und somit näherrückendem Rentenbeginn verlagert man seine Anlageschwerpunkte in weniger riskantere (sichere) Anlageformen, um einst erwirtschaftete Kursgewinne nicht noch kurz vor der Rente zu riskieren.
